Angststörungen
Angststörungen sind psychische Störungen deren zentrales Symptom Angst ist, welche in unangemessen starker, anhaltender oder wiederkehrender Form auftritt.
Typische Merkmale
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starke Angst oder Sorgen
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körperliche Symptome (z.B. Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder Atemnot)
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Vermeidungsverhalten
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deutliche Beeinträchtigung im Alltag
Angststörungen werden mit den ICD-10 Codes F40/F41 klassifiziert
Arten von Angststörungen
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Agoraphobie (F40.0): Angst vor Situationen oder Orten, aus denen Flucht schwierig erscheint (z. B. Menschenmengen, öffentliche Plätze, Reisen)
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Soziale Phobien (F40.1): Ausgeprägte Angst vor sozialer Bewertung oder Blamage in sozialen Situationen
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Spezifisch Phobien (F40.2): Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen, z. B. Höhen, Spinnen, Spritzen oder Fliegen
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Panikstörung (F41.0): Wiederkehrende, plötzlich auftretende Panikattacken mit starken körperlichen Symptomen
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Generalisierte Angststörung (F41.1): Anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen und Anspannung in vielen Lebensbereichen
Häufigkeit
Laut S3-Leitlinien liegt das Risiko im Laufe des Lebens an einer Angsstörung zu erkranken zwischen 14-29%.
Behandlung
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) geht davon aus, dass Angstsymptome durch das Zusammenspiel von belastenden Erfahrungen, Gedanken, Gefühlen und Verhalten entstehen und unter anderem durch angstauslösende Denkmuster sowie Vermeidungsverhalten aufrechterhalten werden.
Ziele der Behandlung:
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angstauslösende automatische Gedanken erkennen und hinterfragen
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realistischere und hilfreichere Denkweisen aufbauen
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Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten verringern
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sich angstauslösenden Situationen schrittweise stellen (Exposition)
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Strategien zum Umgang mit Angst und körperlichen Symptomen erlernen
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Selbstsicherheit und Handlungskontrolle im Alltag stärken
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Rückfallprophylaxe