Hypochondrische Störung
Die hypochondrische Störung, heute häufig als Krankheitsangststörung bezeichnet, ist eine psychische Störung, bei der starke Sorgen bestehen, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden oder zu erkranken. Körperliche Empfindungen werden dabei oft als Anzeichen einer ernsthaften Krankheit interpretiert.
Die Sorgen bestehen meist trotz ärztlicher Untersuchungen und unauffälliger Befunde weiter und führen häufig zu erheblicher Belastung im Alltag.
Typische Symptome
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starke Angst vor schweren Erkrankungen
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intensive Beschäftigung mit körperlichen Symptomen
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häufiges Kontrollieren des Körpers
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wiederholte Arztbesuche oder medizinische Untersuchungen
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ständiges Suchen nach Informationen über Krankheiten
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Schwierigkeiten, beruhigende Befunde zu akzeptieren
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erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber körperlichen Empfindungen
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Vermeidung von krankheitsbezogenen Situationen oder Informationen
Im ICD-10 wird die hypochondrische Störung unter dem Code F45.2 klassifiziert
Häufigkeit
Krankheitsängste kommen relativ häufig vor. Eine ausgeprägte hypochondrische Störung betrifft schätzungsweise etwa 1–5 % der Bevölkerung.
Behandlung
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) geht davon aus, dass die Beschwerden durch belastende Gedanken, Ängste und Kontrollverhalten aufrechterhalten werden. Besonders die ständige Selbstbeobachtung und wiederholte Rückversicherung verstärken die Angst langfristig.
Ziele der Behandlung:
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belastende Gedanken über Krankheiten erkennen und hinterfragen
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körperliche Symptome realistischer bewerten
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Kontroll- und Rückversicherungsverhalten reduzieren
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den Umgang mit Unsicherheit und Angst verbessern
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die Aufmerksamkeit weniger auf körperliche Symptome richten
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Vermeidungsverhalten abbauen
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Stressbewältigungsstrategien erlernen
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Rückfallprophylaxe