Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelte und andauernde Verhaltens- und Erlebensmuster, die deutlich von den Erwartungen der sozialen Umgebung abweichen. Sie beeinflussen unter anderem das Denken, Fühlen, den Umgang mit anderen Menschen sowie die Impulskontrolle.
Die Muster bestehen meist seit der Jugend oder dem frühen Erwachsenenalter und können zu erheblichen Schwierigkeiten im Alltag, in Beziehungen oder im Berufsleben führen.
Typische Merkmale
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Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen
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Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen
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starre Denk- und Verhaltensmuster
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instabiles Selbstbild oder Selbstwertgefühl
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starke Impulsivität oder emotionale Schwankungen
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ausgeprägte Ängste, Misstrauen oder Unsicherheit
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Schwierigkeiten, das eigene Verhalten flexibel an Situationen anzupassen
Persönlichkeitsstörungen werden im ICD-10 unter den Codes F60–F69 klassifiziert.
Beispiele sind:
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emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typ)
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zwanghafte Persönlichkeitsstörung
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vermeidende Persönlichkeitsstörung
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abhängige Persönlichkeitsstörung
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narzisstische Persönlichkeitsstörung
Häufigkeit
Persönlichkeitsstörungen treten relativ häufig auf. Schätzungen zufolge sind etwa 10 % der Bevölkerung betroffen, wobei die Ausprägung und der Schweregrad stark variieren können.
Behandlung
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) geht davon aus, dass ungünstige Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster häufig auf belastende Erfahrungen und erlernte Grundannahmen zurückgehen. Diese Muster können langfristig zu Problemen im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen führen.
Ziele der Behandlung:
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belastende Denk- und Verhaltensmuster erkennen und verändern
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den Umgang mit Gefühlen verbessern
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zwischenmenschliche Fähigkeiten stärken
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Impulsivität und selbstschädigendes Verhalten reduzieren
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ein stabileres Selbstbild und Selbstwertgefühl entwickeln
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neue Bewältigungsstrategien im Alltag erlernen
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soziale Beziehungen verbessern
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langfristige Stabilität und Rückfallprophylaxe fördern