Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann nach einem extrem belastenden oder bedrohlichen Ereignis auftreten, z. B. nach Gewalt, Unfällen, Kriegserlebnissen, Missbrauch oder Naturkatastrophen.
Typisch ist, dass das traumatische Erlebnis auch nach dem Ereignis weiterhin psychisch stark nachwirkt.
Typische Symptome
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wiederkehrende belastende Erinnerungen oder Flashbacks
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Albträume
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starke psychische oder körperliche Reaktionen auf Erinnerungen an das Trauma
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Vermeidung von Gedanken, Gefühlen oder Situationen, die an das Ereignis erinnern
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erhöhte Anspannung und Schreckhaftigkeit
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Schlafstörungen
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Konzentrationsprobleme
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emotionale Taubheit oder Rückzug
Die Symptome bestehen meist über einen längeren Zeitraum und führen häufig zu deutlichen Einschränkungen im Alltag.
Die PTBS wird im ICD-10 mit dem Code F43.1 klassifiziert
Häufigkeit
Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens traumatische Ereignisse, jedoch entwickelt nur ein Teil eine PTBS. Die Lebenszeitprävalenz liegt je nach Studie bei etwa 1–8 % der Bevölkerung.
Behandlung
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) geht davon aus, dass belastende Erinnerungen, Gedanken und Vermeidungsverhalten zur Aufrechterhaltung der Symptome beitragen. Besonders das Vermeiden traumabezogener Reize verhindert häufig die Verarbeitung des Erlebten.
Ziele der Behandlung:
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das traumatische Erlebnis schrittweise verarbeiten
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belastende Gedanken und Schuldgefühle erkennen und hinterfragen
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Vermeidungsverhalten reduzieren
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den Umgang mit Angst, Anspannung und Erinnerungen verbessern
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Gefühle von Sicherheit und Kontrolle stärken
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belastende Erinnerungen besser in die Lebensgeschichte einordnen
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Strategien zur Stabilisierung und Stressbewältigung erlernen
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Rückfallprophylaxe